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Präsidentin Elise-Fink-Weydert bei Ihrer Ansprache vor dem Festlichen Mittagessen anlässlich der Luxemburger Nationalfeier am 18. Juni 2017 im Säulensaal von Schloss Biebrich. (Foto: Fink)
Ehrengast aus Luxemburg war General-Aumônier LtCol Abbé Nicolas Wenner, der den feierlichen Gottesdienst in der Biebricher Pfarrkirche St. Marien zusammen mit Pfarrer Knud Schmitt zelebrierte.
Luxemburger Nationalfeier in Biebrich am 18. Juni

Bei herrlichem Wetter beging der Luxemburger-Freundeskreis Rhein-Main (LFRM), nun bereits zum 41. Mal, den Luxemburger Nationalfeiertag, den offiziellen Geburtstag S.K.H. des Großherzogs, im Nassauer Land. Bereits vor 10.30 Uhr hatte sich am „Nassauischen Landesdenkmal“ in Wiesbaden-Biebrich, dem zentralen Monument Großherzog Adolphs von Luxemburg, Herzogs zu Nassau, die traditionsreiche „Weilburger Bürgergarde“ in überaus großer Formation eingefunden. 24 Gardisten unter dem Kommando ihres neuen Hauptmanns Dirk Petersen, begleitet von einer hübschen „Marketenderin“, trugen zum besonderen Glanz des Tages bei.

LFRM-Präsidentin Elise Fink-Weydert konnte neben den teilnehmenden Mitgliedern und Gästen des LFRM, darunter auch die Ehrenpräsidenten Dr. Dr. Dante Bernabei und Pierre Even, zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Aus Colmar-Berg war erschienen: Bürgermeister Gast Jacobs. Aus Weilburg waren angereist: Bürgermeister Hans-Peter Schick, der gewählte Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch, Bürgergarde-Hauptmann a.D. Jörg Schönwetter und Bürgergarde-Leutnant a.D. Manfred Abel. Aus Wiesbaden der Erste Vorsitzende des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung Dr. Rolf Faber sowie der Erste Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Biebricher Vereine und Verbände Günter Noerpel. Aus Hamburg der Luxemburger Univ.-Professor Dr. Patrick Théato.

Pünktlich um 10.30 Uhr nahm die Weilburger Bürgergarde in großer Formation vor dem Nassauischen Landesdenkmal Aufstellung, und sechs Gardisten legten im Auftrag der LFRM-Präsidentin den mit rot-weiß-blauen Blumen geschmückten Kranz auf der obersten Stufe des Denkmals, unter der Statue des Großherzogs Adolph, nieder. Unter Vortritt der Präsidentin Elise-Fink-Weydert stellten sich alle Mitglieder und Gäste zu einer Gedenkminute gegenüber des Denkmals auf, bis dann die privaten und Presse-Fotografen ihr Recht forderten, dass alle Beteiligten sich vor dem Denkmal zu einem Gruppenfoto aufstellten.

Danach fand, ab 11.00 Uhr, der festliche Gottesdienst in der Biebricher Pfarrkirche S. Marien statt, wo im linken Chor die seit vielen Jahren hier beheimatete Kopie der Consolatrix Afflictorum aufgestellt war. Der Luxemburger General-Seelsorger der Armee und Großherzoglichen Polizei, LtCol Abbé Nicolas Wenner, konzelebrierte mit Pfarrer Knut Schmitt den festlichen Gottesdienst. Begleitet von Organist Wolfgang Nickel, sang der von LFRM-Vizepräsident Jean-Paul Théato betreute Wiesbadener Chor „Ensemble Mattiacum“ die Missa brevis in G (Missa St. Crucis) op. 151 des Liechtensteiner Komponisten Josef Rheinberger. Jean-Paul Théato trug auch die Fürbitten vor, und am Schluss erklang die Luxemburger Nationalhymne „Ons Heemecht“.

In seiner Predigt ging Abbé Wenner von folgender Geschichte aus: „Auf einer kleinen französischen Insel war der Priester der einzigen Gemeinde verstorben. Aber keiner wollte sich finden, der bereit war, das Amt des Verstorbenen zu übernehmen und die bretonischen Fischer künftig zu betreuen. Sie waren nämlich rauhe, derbe, ja ziemlich verrufene Leute mit ihren eigenen Vorstellungen von Gott und Welt und Religion. Aber so ganz ohne Pfarrer, ohne Messe, ohne Segen, ohne getaufte Kinder, ohne feierliche Beerdigung und ohne fröhliche Hochzeit, nein, so wollten sie nicht leben. Und so drängten sie den Küster dazu, die Aufgaben eines rechten Pfarrers zu übernehmen! Der wehrte sich zunächst, gab aber dann doch nach und ‚spielte‘ nun den Pfarrer – und nicht schlecht. Bis der Bischof davon erfuhr. Der aber schleuderte keinen Kirchenbann, sondern ließ dem Küster das Wichtigste an Theologie beibringen und weihte ihn schließlich zum Priester.“ Abbé Wenner deutete diese Geschichte als moderne Parabel, welche die grosse Sorge Jesu wiedergebe, dass sein Heilswirken nicht aufhören dürfe, dass es durch die Zeiten hindurch weitergegeben werden müsse “bis er wiederkommt in Herrlichkeit”. Diese Zwischenzeit, in der wir lebten, sei von der Erfahrung bestimmt, dass Gott die Welt in Freiheit entlassen habe; und dass er nicht unmittelbar eingreife, auch wenn wir noch so sehr danach schreien, er möge endlich “zuschlagen”. Unsere Zeit sei bestimmt von der Tatsache, dass Gott wahrhaftig Menschen brauche, um einzugreifen. “Die Ernte ist gross, aber es gibt zu wenig Arbeiter!” Die Zahl der Müden und Erschöpften, der Orientierungslosen und Verlorenen sei gross, aber es gebe zu wenig gläubige Christen, die heute ihren Auftrag Ernst nähmen, das Heil Gottes an den Menschen zu wirken! Voraussetzung unserer Sendung sei das Erbarmen, unser Mit-leiden-können am Leid dieser Welt! Wie heisse es im Evangelium: “Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen!” Nicht zuletzt werde hier jene Qualität angesprochen,welche in der Psychologie mit dem Begriff “Empathie” umschrieben werde: die Fähigkeit sich einzudenken, sich einzufühlen in fremdeste Schicksale, gepaart mit menschlichem Takt und still beobachtender Geduld, und gleichzeitig den Antrieb verspüren, der Not abzuhelfen! Papst Franziskus schreibe im postsynodalen apostolischen Schreiben “Amoris Laetitia/Die Freude der Liebe”: „Vergessen wir nicht, dass die Aufgabe der Kirche oftmals der eines Feldlazaretts gleicht!” Abbé Wenner schloss mit den Worten: “Gott braucht uns !”

Nach dem Gottesdienst fanden sich alle Teilnehmer – bis auf die meisten Mitglieder der Weilburger Bürgergarde, die an diesem Tag einen weiteren Auftritt in Kirchheimbolanden hatten – am Schloss Biebrich ein, wo auf der herrlich am Rhein gelegenen Terrasse ein Sekt-empfang mit Flammkuchen stattfand.

Danach lud der LFRM im Säulensaal des Schlosses zu einem Festessen ein, an dem 22 Mitglieder und Gäste teilnahmen und von LFRM-Präsidentin Elise Fink-Weydert herzlich willkommen geheißen wurden.

Ihr Toast auf II.KK.HH. den Großherzog und die Großherzogin, die großherzogliche Familie und die Luxemburger “Heemecht” wurde von einem dreifachen “Vive” erwidert. Das Dreigangmenu bestand aus einem Wildkräutersalat mit frischen Erdbeeren, als Haupspeise gab es gebratenes Zanderfilet mit Kartoffel-Karottenpüree oder eine Tranche vom rosa gebratenen Rinderfilet auf einem Jus-Spiegel, Kartoffelnocken und Cherry-Tiomaten, bzw. ein vegetarisches Gericht. Zum Dessert wurde ein Cassis-Sorbet auf Zabaione-Spiegel mit Erdbeeren im Schokolademanel gereicht.

Abschließend unterzeichneten alle Teilnehmer ein Glückwunsch-Schreiben an II.KK.HH. den Großherzog und die Großherzogin.



Hintergrundmusik: Pierre Pütz (1849-1913): Les six Princesses. Polka pour Cornet à Pistons (1904), bearbeitet für Holzbläserquartett von Pierre Even - Holzbläserquartett der Wiesbadener Musikakademie (Wiesbaden 2008)


 

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