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"Hierscht-Poteren" am 25. September 2016 in der "Hostellerie Landhaus Diedert" in Wiesbaden-Alt Klarenthal, mit dem Thema "Michel Rodange und das Luxemburger Nationalepos De Rénert".
Apéritif vor den Literatur-Lesungen im Garten der "Hostellerie Landhaus Diedert", v.l.: Karl-Heinz Fink, Rafael Haschke-Fink, Elise Fink-Weydert, Christine Zips, Pierre Even, Hille Even.

Auszug aus dem "Letzeburger Bliedchen"
39. Jahrgang, Juli 2016, Nr. 108

Le mot de la Présidente

Léiw Memberen, liebe Freunde unserer Amicale,

Die Luxemburger Nationalfeier am 19. Juni in Weilburg war die zweite, die ich als Präsidentin ausgerichtet habe, und ich glaube, dass auch diesmal der vereinfachte, zugleich mitgliederfreundlichere Ablauf gelungen war. Nach der wunderbaren Ansprache unseres Ehrenpräsidenten Pierre Even am Herzog-Adolph-Denkmal, den herzlichen Worten von Bürgermeister Hans-Peter Schick beim Sektempfang, war es mir eine besonders große Freude, in meiner Tischrede Herrn Honorarkonsul Dr. Fritz Becker und seine Gemahlin auch diesmal wie all die Jahre in unserem Kreise begrüßen zu dürfen. Mit seiner großzügigen Spende hatte Herr Dr. Becker nicht nur für eine Überraschung gesorgt, er hatte uns, um es mit der Sprache unserer Jugend auszudrücken „ehrlich geflasht“. Wir haben Ihm und seiner Gemahlin mit einem Präsent dafür herzlich gedankt.

Es hat mich auch gefreut, den Bürgermeister von Colmar-Berg, Herrn Gast Jacobs mit seiner Partnerin Frau Dragässer-Schönfeld zu unserer Feier begrüßen zu können. Seit dem 17. November 2004 besteht die Verschwisterung zwischen Weilburg und Colmar-Berg auch durch Initiative unseres Gründungsmitglieds François Reiser, dem diese Verschwisterung eine Herzensangelegenheit war und ist.

Ebenfalls habe ich die Weilburger Bürgergarde mit ihrem Hauptmann Jörg Schönwetter begrüßt. Unsere Nationalfeier ohne die Gardisten, da würde was fehlen, was für ein eindrucksvolles Bild, wenn sie Garde steht.

Begrüßt habe ich auch Herrn General-Aumônier Domkapitular Nicolas Wenner aus Luxemburg und Dekan Pfarrer Hans Mayer aus Weilburg. Es ist immer ein Vergnügen, beide, insbesondere aber auch Herrn Wenner, in unsrer Mitte zu haben. Gemeinsam mit der Assistenz unseres Vizepräsidenten Jean-Paul Théato hatten sie einen sehr schönen Gottesdienst zelebriert, und wir haben ja auch den Segen empfangen.

Des weiteren habe ich alle Ehrengäste begrüßt, Herrn Dr. Dante Bernabei, unseren Ehrenpräsidenten, sowie insbesondere unsere Mitglieder, die heute erschienen sind, und habe die Gelegenheit ergriffen, mich bei zwei Herren zu bedanken. Der eine mochte es nicht, und der andere natürlich auch nicht, wenn ich sie erwähne. Trotzdem vielen Dank an Pierre, er ist mir eine große Unterstützung. Vielen Dank an Karl-Heinz, ihm verdanke ich, dass mein PC noch nicht zum Fenster hinausgeflogen ist, wenn er nicht so will, wie ich mir das vorstelle. Ebenso, meinen Dank an Olivier Schrikker und Eugénie Seim-Mousel, welche gute Arbeit im Vorstand leisten.

Mein Wunsch nach einem frohen Zusammensein für uns alle hat sich erfüllt, und meiner Bitte, das Glückwunschschreiben an den Großherzog zu unterzeichnen, sind alle gefolgt. Ich wiederhole hiermit nochmals das dreifache Vive auf unseren Großherzog, dessen Geburtstag wir gefeiert haben, und die Großherzogliche Familie, auf deren Wohl wir gerne angestoßen haben.

Und nun konnten wir mit der Vorspeise beginnen. Eine Spargelcrèmesuppe mit Oliven-Croutons und Wildlachsklößchen. Zu dieser Suppe möchte ich schmunzelnd Heinrich Heine zitieren: Hat versalzen dir die Suppe deine Frau, bezähm die Wut, sag ihr lächelnd: „Süße Puppe, alles, was du kochst, ist gut.“ Und so war es dann auch. Wir haben einen wunderbaren Nationalfeiertag genossen. In diesem Sinne: All eis Memberen wënschen ech eng gutt Vakanzenzäit!

Elise Fink-Weydert

Unsere Promenade printanière am 21. Mai in Eltville am Rhein

Trotz zahlreicher Entschuldigungsschreiben und Krankmeldungen fand doch wie geplant am sonnigen Samstag des 21. Mai 2016 in Eltville am Rhein die diesjährige Promenade printanière statt. Unsere Präsidentin Elise Fink-Weydert hatte einen geführten „Literarischen Rosenspaziergang“ durch die Gästeführerin Frau Katharina Prager in den Rosenanlagen am Rhein bis zur Kurfürstlichen Burg organisiert. Die kleine Gruppe von fünf Mitgliedern traf sich um 11.30 Uhr am Sebastiansturm, Teil der im 14. Jahrhundert erbauten Stadtmauer, deren Reste noch überall im Stadtbild und an der Rheinfront sichtbar sind.

Ein fränkischer Königshof war Ausgangspunkt für die Entwicklung des heutigen Ortes. Dessen erste urkundliche Erwähnung als Altavilla ist in der Vita Bardonis, der Lebensbeschreibung des im Jahre 1051 verstorbenen Erzbischofs Bardo von Mainz erhalten geblieben. Zu dieser Zeit gehörte der Königshof schon dem Erzstift Mainz.

Schon 1313 war das Dorf mit einer Mauer befestigt. 1329 begannen der Bau der erzbischöflichen Burg und der Bau der Stadtmauer. Am 23. August 1332 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer auf Ersuchen des Erzbischofs Balduin von Trier und Verweser des Mainzer Erzstifts, die Stadtrechte an Eltville. Mit der Fertigstellung der Kurfürstlichen Burg 1347 war Eltville bis 1480 Residenzort der Mainzer Erzbischöfe. Damit wurde Eltville wiederholt zu einem Schauplatz der damaligen Auseinandersetzungen zwischen Papst und Kaiser um die Besetzung des Heiligen Stuhles von Mainz. Diese gipfelten zuletzt in der Mainzer Stiftsfehde. Nach Weggang des kurfürstlichen Hofstaats war Eltville nur noch Hauptort des Rheingaus. Die Stadt weist etliche historische Adelshöfe auf, so den Eltzer Hof der Grafen zu Eltz.

Wir besichtigten die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul. Nach einem frühen Kirchenbau aus dem 10. Jahrhundert folgte im 12. Jahrhundert ein romanischer Bau. Zeugnis davon gibt vermutlich eine dünne runde Säule, welche die Empore im Hauptschiff abstützt. Im 14. Jahrhundert – Eltville war erzbischöfliche Residenz geworden – genügte der Bau den Ansprüchen nicht mehr, weshalb man sich zu einem Neubau entschloss. Anhand von Schlusssteinen ist zu erkennen, dass das Mainzer Petersstift, welches das Patronat über die Eltviller Kirche innehatte, sowie das Mainzer Domstift und Adlige aus Eltville Geld für den Neubau gestiftet haben. Gegen 1420 begann eine Erweiterung der Kirche nach Süden mit einem neuen Seitenschiff. Grund war wohl ein Hostienwunder, das sich 1400 in Niedergladbach zutrug. Mit Umzug der Hostie nach Eltville begann eine Wallfahrt, die eine Vergrößerung der Kirche erforderlich machte. Etwa zur selben Zeit wurde der hohe Westturm zugefügt und besitzt reichen spätgotischen Formenschmuck. Im Innern bemerkenswert sind spätgotische Wandmalereien, die Mondsichelmadonna um 1520, sowie Altar und Fenster des 19. Jahrhunderts des belgischen Künstlers Bethune.

Die von noch nicht ganz erblühten, aufwendig bepflanzten Rosengärten umgebene kurfürstliche Burg wurde im Dreißigjährigen Krieg 1635 von den Schweden bis auf den Wohnturm zerstört.

Nachdem Frau Prager herzlich für die überaus sachkundige Stadtführung gedankt wurde, begaben wir uns zum gemeinsamen Mittagessen à la Carte auf die am Rand eines Weinbergs wunderbar gelegene Terrasse des Restaurants “Gelbes Haus“ mit Blick auf den Rhein. Alle Teilnehmer lobten die erfolgreiche und in freundschaftlicher Atmosphäre durchgeführte Promenade printanière, die uns die berühmte Wein-, Sekt- und Rosenstadt Eltville am Rhein wieder einmal nahe gebracht hat.   Ev.

Dynastie-Feier in Schengen am 28. Mai – Nassau in Luxemburg

Der 28. Mai 2016 war für Luxemburg und seine Dynastie, aber auch für die alte nassauische Residenzstadt Weilburg ein ganz besonderer Tag. Zum einen gab es eine sehr volkstümliche Feier im Jahre des 125. Bestehens der Dynastie Luxemburg-Nassau im europaweit bekannten Moselort Schengen. Und zum anderen war es das erste Mal, dass die 1813 aus Anlass der Heimführung des Erbprinzen Wilhelm zu Nassau (Vater von Großherzog Adolph von Luxemburg, Herzog zu Nassau) und seiner jungen Gemahlin Prinzessin Louise zu Sachsen-Hildburghausen gegründete Bürgergarde der Stadt Weilburg an der Lahn ihren ersten offiziellen Auftritt im Großherzogtum Luxemburg hatte. II.KK.HH. Erbgroßherzog Guillaume und Erbgroßherzogin Stéphanie von Luxemburg hatten darauf gehalten, diese besondere Feier durch ihre Präsenz zu ehren, und so war am Moselufer, wo das Luxemburger Schiff „Princesse Marie-Astrid“ anlag, um 14 Uhr die Weilburger Bürgergarde mit ihrem Hauptmann Jörg Schönwetter vollständig angetreten, als der Erbgroßherzog, unter den vom Musikkorps der Bürgergarde gespielten Klängen des „Wilhelmus“, die Front abschritt.

Nach Begrüßung aller vor dem Schiff bereitstehenden Autoritäten betraten der Erbgroßherzog und die Erbgroßherzogin, der hier ein zweites kleines Bouquet überreicht wurde (siehe den nachstehenden Beitrag), das Schiff, wo sie von den fast 150 Anwesenden unter stehendem Applaus herzlich begrüßt wurden. Schengens Bürgermeister Ben Homan begrüßte die hohen Gäste und die zahlreichen Ehrengäste aus dem In- und Ausland.

Vom „Luxemburger-Freundeskreis Rhein-Main“ waren folgende Mitglieder anwesend: LFRM-Präsidentin Elise Fink-Weydert, die Comité-Mitglieder Olivier Schrikker und Eugénie Seim-Mousel, die Ehrenpräsidenten Dr. Dr. Dante Bernabei und Pierre Even, sowie die Mitglieder Bürgermeister Hans-Peter Schick, Dieter und Annemarie Boger, Karl-Heinz Fink, Christa Bernabei und Hille Even.

Marc Schoentgen, Präsident des „Syndicat d’Initiative“ Schengen, gab seiner Genugtuung Ausdruck, dass es zu der heutigen Feier in Schengen gekommen war, mit der Präsenz des erbgroßherzoglichen Paares, dem Auftritt der Weilburger Bürgergarde, der Enthüllung einer Gedenkplakette „125 Joër Dynastie Lëtzebuerg-Nassau“ und der Vernissage der von ihm maßgeblich gestalteten Foto-Wanderausstellung im Koch-Haus.

Anschließend referierte Hofarchivar Pierre Even über das Thema „D'Lëtzebuerger Dynastie am europäesche Kontext“. In der auf Lëtzebuergesch, Deutsch und Französisch gehaltenen Rede ging er auf die europaweite familiäre Verzweigung der großherzoglichen Familie, auf die Verbindung zu den europäischen Königshäusern, und schließlich auf die Anfänge und Begründung der Dynastie Luxemburg-Nassau durch Herzog Adolph zu Nassau in den Jahren 1889/90 bis zu seiner Thronbesteigung als Großherzog am 23. November 1890 ein.

Nach der akademischen Feier begaben sich alle zu den Linden am Moselufer, wo das erbgroßherzogliche Paar die Gedenktafel aus Anlass des 125jährigen Bestehens der Dynastie Luxemburg-Nassau enthüllte. Danach, im Koch-Haus, fand die Vernissage der von Marc Schoentgen gestalteten, mit Texten von Pierre Even versehenen Ausstellung „125 Joër Dynastie Lëtzebuerg-Nassau“ statt.

Zurück zu den Linden, nahm das erbgroßherzogliche Paar ungezwungen am Ehrenwein und an dem dort stattfindenden Volksfest teil. LFRM-Präsidentin Elise Fink-Weydert hatte die Ehre, II.KK.HH. vorgestellt zu werden.

Das Musikkorps der Bürgergarde, worunter sich das Musikkorps Blau-Orange Frickhofen unter der bewährten Leitung von Marc Leonardi verbirgt, spielte auf der speziell errichteten Bühne flotte Musik. Um 16 Uhr, nachdem noch zahlreiche Erinnerungsfotos gefertigt worden waren und die Weilburger Bürgergarde erneut Aufstellung genommen hatte, wurden II.KK.HH. der Erbgroßherzog und die Erbgroßherzogin sehr herzlich verabschiedet. Das Wetter meinte es gut, es war vorwiegend sonnig, aber nach 16 Uhr, nachdem das erbgroßherzogliche Paar abgefahren war, setzte dann langsam der Regen ein.

Es war ein denkwürdiger Tag für alle Beteiligten. Presse und Fernsehen aus Luxemburg und Hessen, insbesondere RTL-Lëtzebuerg, HR-Fernsehen und Weilburger Tagblatt berichteten ausführlich. (Red.)

Er küsste die Prinzessin

Der 28. Mai 2016 war schon lange im Kalender angestrichen denn da sollten wir nach Schengen kommen, um mit der Weilburger Bürgergarde zusammen einen besonderen Tag im Rahmen der 125 Jahre Dynastie-Feierlichkeiten zu begehen.

Unsere Präsidentin Elise Fink-Weydert brachte an diesem Tag ihren siebenjährigen Enkel, den Rafael Haschke-Fink mit. Am frühen Morgen stellte er mit seiner Großmama im Garten noch einen Blumenstrauß für IKH Erbgroßherzogin Stéphanie zusammen. Neben den roten, weißen und blauen Blumen sollte noch eine rosa „Wunschrose“ dazu. Nachdem wir alle an Bord der „Marie-Astrid“ auf der Mosel in Schengen Platz genommen hatten, kam das Erbgroßherzogliche Paar im schönen Moseldorf an und schritt die Weilburger Bürgergarde ab. Danach kamen sie an Bord des Moselschiffes.

Jetzt war der große Augenblick für Rafael gekommen. Mit seiner Nonni an der Hand ging er auf Prinzessin Stéphanie zu und überreichte ihr seinen selbst kreierten Blumenstrauß. Die Prinzessin beugte sich vor und deutete mit einem Lächeln mit dem Zeigefinger auf Ihre Wange. Das war das Startsignal für Rafael und er küsste Sie. Wer weiß, war die Wunschrose im Blumenstrauß ja der Ausdruck seines Wunsches, die Prinzessin küssen zu dürfen? Dieser Wunsch ist dann aber auch wunderbar in Erfüllung gegangen.
Olivier L. Schrikker


Johann der Blinde, Jang de Blannen, Jean l’Aveugle

Johann von Luxemburg oder auch Johann von Böhmen starb in der Schlacht von Crécy im Jahre 1346, also vor 670 Jahren. Ein Grund, sich einmal an ihn zu erinnern. Ein Luxemburger Nationalheld? Oder vielleicht einer der ersten Europäischen Helden des Mittelalters? In Böhmen wird er im Übrigen immer noch Jan Lucemburský genannt! Er erblickte das Licht der Welt am 10. August 1296 als Sohn von Kaiser Heinrich VII. und Margarete von Brabant auf dem Bockfelsen der Stadt Luxemburg. Die Stadt Luxemburg war da gerade mal 333 Jahre alt. Er wurde in das Haus Limburg-Luxemburg hineingeboren welches dann später nur noch das Haus Luxemburg genannt wurde.

Im zarten Alter von 12 Jahren wurde er mit der Grafschaft Luxemburg belehnt, und zwei Jahre später, im Jahre 1310, wurde er dann bereits König von Böhmen. Er war also Graf von Luxemburg, wie sein Vater auch. Das Haus Luxemburg hatte im Mittelalter sehr starken Einfluss in der europäischen Politik und stellte mehrere Kaiser im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.

1310 wurde er in Speyer mit Elisabeth von Böhmen verheiratet, die Tochter von König Wenzel II. 1311 wurde er dann Titular-König von Polen, welches er bis 1335 blieb. Er hatte also ein Wörtchen mitzureden im mittelalterlichen Europa. Aber nicht nur das, er war zu seiner Zeit ein berühmter Turnierheld und ein sehr tapferer Ritter, der an vielen Schlachten teilnahm.

1313 war dann ein Schicksalsjahr für den jungen Grafen und König. Auf einem Italienfeldzug kamen sein Vater und seine Mutter sowie auch sein Bruder Walram ums Leben. Damit war das Haus Luxemburg in männlicher Erbfolge nahezu ausgestorben. Denn Johann war zwar verheiratet, hatte aber 1313 „nur“ eine Tochter namens Margarete. Balduin von Luxemburg, seines Zeichens Bischof von Trier, wurde damals Oberhaupt der Familie. Johann strebte die Nachfolge seines Vaters als Kaiser an, scheiterte jedoch bei den Kurfürsten zugunsten eines Wittelsbachers namens Ludwig.

In den Wirren der mittelalterlichen Machtpolitik war Johann an vielen Schlachten beteiligt und war somit auch viel unterwegs. Die guten Beziehungen zum französischen Königshaus der Kapetinger hat er aber immer gepflegt. Im Jahre 1332 band er sich mit einem Vertrag noch näher an den französischen König, der besagte, dass Johann in Falle eines Krieges ihm beiseite stehen würde. Somit kam es auch, dass er an der Seite König Philips VI. an der Schlacht von Crécy teilnahm.

1337 erblindete Johann auf dem rechten Auge. Er litt an einer Erbkrankheit der „Luxemburger“, Ophthalmie. Das Auge wurde ihm zwar operativ entfernt, jedoch erblindete er komplett drei Jahre später. Zusammen mit seinem 1316 geborenen Sohn Karl IV. zog der vollkommen erblindete Johann am 26. August 1346 in die Schlacht von Crécy gegen den sechzehn Jahre jungen Prinzen von Wales Edward of Woodstock. Sein Sohn setzte sich aus ungeklärten Gründen vom Schlachtfeld ab, und Johann wurde im Eifer des Gefechts erschlagen. Die Schlacht wurde verloren und Johann war tot. Als Edward nach dem Gefecht über das Schlachtfeld ging, fand er den Leichnam Johanns und sagte: There lies the Prince of Chivalry, but he does not die.

Er nahm sich seines Banners an, welches fortan das Wappen des Prinzen von Wales war und es bis heute ist. Johanns Tod wurde vom europäischen Hochadel zutiefst bedauert, denn er war in der damaligen Zeit das Idealbild eines Ritters und allen Bündniseiden, die er jemals eingegangen, immer treu geblieben.

Johann wurde zunächst im Luxemburger Kloster Altmünster beigesetzt, und nach dessen Zerstörung im Jahre 1543 wurde er dann im Kloster Neumünster bestattet. In den Wirren der Französischen Revolution gerieten die Gebeine in den Besitz der Industriellen-Familie Boch in Mettlach an der Saar. 1833 schenkte Jean-François Boch die sterblichen Überreste Johanns dem Preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm, der in Kastell-Staadt an der Saar vom Baumeister Karl Friedrich Schinkel eine Grabkapelle erbauen ließ. Dort ruhte er dann bis 1945. In einer „Nacht und Nebel-Aktion“ veranlasste die Luxemburger Regierung die Umbettung Johanns in die Krypta der Luxemburger Kathedrale. Nun, die Worte des Prinzen von Wales von damals haben sich wohl bewahrheitet, denn irgendwie lebt er in unseren Gedanken und im Wappen des Prinzen von Wales immer noch weiter.

Sein Sohn Karl ging ab 1355 als Karl IV., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, in die Geschichtsbücher ein. Sein Sohn Wenzel aus seiner zweiten Ehe mit Beatrix von Bourbon wurde dann der erste Herzog von Luxemburg.       Olivier L. Schrikker

 

Hintergrundmusik: Pierre Even (1946): Paraphrase sur le "Wilhelmus" op. 40 - Holzbläserquartett der Wiesbadener Musikakademie (Wiesbaden 2008)

Luxemburger-Freundeskreis Rhein-Main e.V. | info@letzebuerg.de